Reha-Staffelstab an Frau Dr. Eiling-Hütig übergeben

7. Februar 2022

Um auf ihre Sorgen und Nöte aufmerksam zu machen, hat die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED) 2021 die „Reha-Zukunftsstaffel“ ins Leben gerufen. Auch die Klinik Höhenried hat sich nun an der Aktion beteiligt. Sie lud die Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig zur Staffelübergabe ein.

Lobbyarbeit findet zumeist geheim in irgendwelchen Hinterzimmern statt. Das von der Deutschen Rentenversicherung Bayern-Süd getragene Rehabilitationszentrum Höhenried geht da einen anderen Weg. Die Klinik beteiligte sich an der Aktion „Reha-Zukunftsstaffel“ und überreichte der Landtagsabgeordneten aus dem Stimmkreis Starnberg, Dr. Ute Eiling-Hütig, im Beisein der Presse einen Staffelstab mit der Aufschrift „Reha braucht Dich!“. Bei Dr. Eiling-Hütig wäre der symbolische Appell eigentlich gar nicht nötig gewesen: Die CSU-Politikerin aus Feldafing steht seit jeher in gutem Austausch mit der Klinik Höhenried: „Sie steht den Themen offen gegenüber. Es ist quasi ein Heimspiel für sie“, betonte Klinik-Geschäftsführer Robert Zucker bei der gemeinsamen Gesprächsrunde im Schloss Höhenried. Generell, so Zucker, gehe es beider Staffel-Aktion um die Frage,„ ob wir Rehakliniken als systemrelevant wahrgenommen werden“. In der Klinik Höhenried mit ihren Fachbereichen „Kardiologie“, „Orthopädie“ und „Psychosomatik“ werden im Jahr 8000 Patienten versorgt. Der Kernauftrag der Einrichtung: die Erhaltung der Erwerbstätigkeit von Arbeitnehmern. Und welche Sorgen plagen die Rehakliniken nun konkret? Da ist zum einen ganz aktuell das Thema „Einrichtungsbezogene Impflicht“. Das hat laut Zucker durchaus zu „Unruhe in der Mitarbeiterschaft“ geführt. Die Impfquote beim Personal ist zwar hoch, aber es gibt auch Ausnahmen. Für die Klinikleitung ist jedoch klar: „Wir wollen keinen Mitarbeiter verlieren, vor allem nicht an den Schlüsselpositionen“, so Zucker. Derzeit sind in der Klinik rund 500 Mitarbeiter beschäftigt, 340 davon in Vollzeit. Höhenried genießt einen guten Ruf, die Rekrutierung von qualifiziertem Personal ist derzeit noch kein Problem – außer bei den medizinischen Fachangestellten. Die Klinik will nichts dem Zufall überlassen und entwickelt selbst Personalstrategien. Damit reagiert man auf die sich stark verändernden Arbeitsumfelder und Rahmenbedingungen. Auf dem Plan stehen unter anderem Weiterbildungsprogramme, flexible Arbeitszeiten und Wiedereinstiegsmöglichkeiten nach Berufspausen: „Wir haben sehr gute Einarbeitungskonzepte“, berichtete Zucker. Des Weiteren ging es beider Staffelstabübergabe um das Thema „Ausbildung“.  Aktuell sind die Rehakliniken diesbezüglich außen vor. Sie dürfen keine Pflegekräfte ausbilden. Das soll sich nach dem Willen des CSU-Arbeitskreises für Gesundheit im bayerischen Landtag allerdings ändern: „Wir brauchen mehr Ausbildungsbetriebe“, erklärte Dr. Eiling-Hütig: „Sonst bekommen wir ein massives Problem.“ Nichts sei wichtiger, als dass die Patienten nach dem Aufenthalt in einer Akutklinik in einem Rehabilitationszentrum gut weiterbetreut werden. Ein weiteres Thema bei der Gesprächsrunde war die digitale Vernetzung über die medizinischen Fachbereiche hinweg. Den Digitalisierungsfonds, so Zucker, sollten nicht nur die Akutkliniken und niedergelassenen Ärzte in Anspruch nehmen dürfen, sondern auch die Rehakliniken: „Momentan sind wir nicht im Zuschusstopf. Wir dürfen da nicht abgehängt werden.“ Keine Konkurrenz befürchtet Zucker durch ambulante Reha-Angebote. Die könnten allenfalls ein ergänzendes Angebot zur stationären Versorgung liefern und kämen nur indikationsbezogen in Frage. Im psychosomatischen Bereich sei es zum Beispiel gerade Sinn und Zweck der Behandlung, den Patienten aus seinem gewohnten Umfeld zu nehmen. Nach der rund anderthalbstündigen Gesprächsrunde nahm Dr. Eiling-Hütig den Staffelstab entgegen – was nichts Ungewohntes für sie war. Die gebürtige Westfälin nahm früher als Leichtathletin bei Landesmeisterschaften an „4x-100 Meter“-Staffeln teil: „Sie glauben ja gar nicht, was wir die Übergänge trainiert haben“, erzählte Dr. Eiling-Hütig schmunzelnd.

Die Klinik Höhenried ist laut ihrem Geschäftsführer Robert Zucker eine in vielen Bereichen „standardisierte Einrichtung“. Anders wäre der Betrieb mit 8000 Patienten im Jahr auch gar nicht zu stemmen. Eine „tolle Leistung“ der Mitarbeiter sei es deshalb gewesen, so Zucker, wie sie die Corona-Auflagen in die Betriebsabläufe integriert hätten. Apropos Corona: Die Pandemie hat die Patientenzahlen in der psychosomatischen Reha stark ansteigen lassen. „Die Nachfrage ist wahnsinnig hoch“, berichtet Stephen A. Aita, der ärztliche Direktor. Die Pandemie spiele in fast jeder Anamnese eine Rolle. Laut Aita sind die Patienten „hochgradig dankbar“ für die Aufnahme. Die Bewältigung der Pandemie sorge für andauernden Stress: „Hilfe tut da not“, so Aita.

Bernd Jepsen

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